Vereinsnachricht

14.08.2012

Dr. vet. Klemens Dötsch informierte über die amerikanische Faulbrut

von Bienenzuchtverein Kemnath

Wir haben Glück gehabt war die Meinung der Imker des Bienenzuchtvereins Kemnath und Umgebung e. V., bei Stammtisch im Landgasthof Busch in Kötzersdorf. Das schnelle Erkennen und die sofort eingeleitete fachmännische Bekämpfung unter der Anleitung von Dr. vet. Klemens Dötsch und Bienengesundheitswart Josef Ernst haben eine weitere Ausbreitung der amerikanischen Faulbrut verhindert.

V. l.  Dr. vet. Klemens Dötsch und Bienengesundheitswart Josef Ernst informierten über die amerikanische Faulbrut.

Vorstand Andreas Schultes lobte den gemeinsamen Einsatz bei der ersten Bekämpfungsmaßnahme, bei der Dr. Dötsch, Josef Ernst und einige Imkerkollegen fachkundig die Bienenstände und alle infizierten Gegenstände, wie im Bescheid des Landratsamtes vorgeschrieben verbrannt haben. Nur so konnte verhindert werden, dass sich die Seuche nicht noch laufend auf andere Bienenstände übertragen wird.

Nach dem jetzigen Kenntnisstand wurde nur noch bei einem Bienenstand in Flugentfernung vom Ausbruch der Seuche, die Faulbrut im Anfangsstadium festgestellt worden. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind dort auch bereits abgeschlossen.

Aktuellen Informationen zur amerikanischen Faulbrut brachte Dr. vet. Dötsch vom Veterinäramt Tirschenreuth zu den aus Kemnath und Umgebung eingetroffenen Imkern.
Dr. Dötsch, selbst ein erfahrener Imker, hatte eine Power-Point Präsentation vorbereitet um bei den Imkern, das Fachwissen über Übertragung, das Erkennen und die Bekämpfungsmöglichkeiten der anzeigepflichtigen Seuche mit Wort und Bild aufzufrischen.

Der Erreger Paenibacillus larvae ist ein sporenbildendes Bakterium, sehr widerstandsfähig (bis 120 °C), und hat eine weltweite Verbreitung.

Die Bienenseuche ist anzeigepflichtig.

Das Bakterium befällt die Brut, die Übertragung erfolgt durch sporenhaltiges Futter. Es kommt zur Massenvermehrung nach Verdeckelung der Wabe und zur vollständigen Zersetzung der Made/Puppe.
Die entstehende schleimige Masse zieht bei der Probe mit einem Zündholz im Anfangsstadium weiße später braune Fäden.
Die Brutwaben zeigen keine geschlossenen Brutnester, die Zelldeckel sind verändert, eingesunken, rissig, und dunkel.
Die Bienenmasse nimmt ab, das Volk bricht zusammen und es kommt zur Räuberei.

Die Verbreitung erfolgt durch Räubereien, Schwärme, Verstellen erkrankter Völker, und verbotene Krankheitsbekämpfung ohne fachkundige Hilfe.
In ausländischen Honig sind oft die Bakterien enthalten. Honiggläser sollte daher nur sauber gespülten in den Glas Container geworfen werden.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören laut Dötsch.
Regelmäßige Brutkontrolle durch den Imker. Im Verdachtsfall sofortige Information des Veterinäramts / Bienengesundheitswart.
Keine Verfütterung von fremdem Honig. Fremde Bienenkästen desinfizieren. Wabentausch vermeiden. Helles Wabenwerk, alte Waben ausschneiden und die Varroa konsequent behandeln.

Die Bienenseuchen VO als Schutzmaßnahme schreibt unter anderem vor: §1a: Wer Bienen hält, muss dies melden. §6…unbesetzte Beuten sind stets verschlossen zu halten. Die Verstellung / Wanderung von Völkern ist anzeigepflichtig. Am Bienenstand ist die Adresse anzubringen und beim Wandern und Kauf von Völkern über Landkreisgrenzen ist eine Gesundheitsbescheinigung vorzulegen.
In aufgelassenen Bienenhäusern befinden sich oft noch alte Waben von denen auch eine Infektion ausgehen könnte. Der Veterinär forderte die Imker auf solche möglichen Brutstätten aufzuspüren und fachgerecht zu beseitigen.

Durch das Tierseuchengesetz und die Bienenseuchen VO sei die Bekämpfung geregelt. Bei Verdacht gebe es kein eigenmächtiges Handeln.
Die Anordnung von Maßnahmen durch das Veterinäramt ist bindend. Es bestehe Anzeige- und Mitwirkungspflicht. Arzneimittel sind verboten.
Verdacht oder Ausbruch bedeuten „standstill“ und Betretungsbeschränkung

Angeordnet werden in der Regel.
Ein Verfütterungsverbot von Honig an die Bienen, bienendichte Aufbewahrung von Gerätschaften, die Tötung von erkrankten Völkern, Kunstschwarmbildung bei ansteckungsverdächtigen Völkern. und die Einrichtung eines Sperrbezirkes.

Die Sanierung im Ausbruchsbestand erfolgt durch Komplette Wabenbauerneuerung, Desinfektion von Wachs und Kittreste von Beuten, Gitter, Stockmeißel, Zange etc. mit 3 %tiger NaOH-Lauge mindestens 3 Minuten auskochen. Flederwisch, Rähmchen, Besen, Schiede etc. sind zu verbrennen.

Zum Schluss erklärte Dr. Dötsch: „ Haben sie keine Angst vor Faulbrut. Mindern sie das Risiko. Faulbrut ist keine Schande, sie kann jeden treffen.
Haben sie keine Angst vor staatl. Maßnahmen. Die gute Zusammenarbeit und Verständnis der Imker ist sehr wichtig“.
Er hoffe, dass nach der Ende September geplanten weiteren Kontrolle Entwarnung gegeben n werden kann.
Wie wir schon berichteten kann der Honig vom Imker aus dem Raum Kemnath unbedenklich von Menschen gegessen werden. Das Bakterium ist nur für Bienen gefährlich.
Weitere Info: www.kreis-tir.de/gesundheit-verbraucher/veterinaeramt, Infoblatt.

Gesundheitswart Josef Ernst aus Münchenreuth stelle sich den Fragen der Anwesenden und bat noch einmal alte aufgelassene Bienenstände zu kontrollieren und mögliche Infektionsquellen fachlich zu entsorgen.

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Informationen

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