Vereinsnachricht

09.01.2012

TSV-Theaterpremiere im TSV-Saal Bindlach „ Und wieder schweigen die Männer…“

von TSV Bindlach e.V.

Im 101. Jahr nach Gründung der TSV-Theaterabteilung glückte dem neunköpfigen Team der Laienspieler mit den Lustspiel „ Und wieder schweigen die Männer“ aus der Feder der bekannten Theater-Autorin Regina Rösch ein Volltreffer. Die etwa 200 Theatergäste, unter ihnen Landrat Hermann Hübner , die Bürgermeister aus Harsdorf, Trebgast, Neudrossenfeld und Bad Berneck sowie die Pfarrer Josef Paulmaier und Edmund Grömer unterstützten kräftig mit Szenenapplaus die hintergründigen Dialoge und in Spannung gehaltenen Theaterabläufe.

Erwartungsvoll richten sich alle Blicke der Erbverwandtschaft nach dem mittelalterlichen Zwischenspiel  bei der Testamentseröffnung auf Notar Dr. Horst Fröhlich, dargestellt von Markus Stöcker. Im mittelalterlichen Zwischenspiel  mit  aufwändigen Kostümen  wird  Nebenbuhler  Reinholdo, Herzog von der Ruh, nach Kampfwiederholung  vom Liebhaber der Königstocher . Ritter Ehrenfried von der Theta, tödlich getroffen. Damit endet  die  erzwungene Aufführung des Ritterspiel aus der Feder des Erbonkels Hermann.  Jetzt kann die Testamentseröffnung folgen. Beim Schwerkampf um die Königstocher trifft Ehrenfried von der Theta  nicht etwa den Nebenbuhler Herzog Reinholdo von der Ruh, sondern aus Ungeschicklichkeit König Ottokar von Lehen (Unser Bild) . Laut Drehbuch wird die  Kampfszene  wiederholt und Reinholdo  nieder gestreckt. der letzte Akt der Lustspiel-Premiere „ Und wieder schweigen die Männer“  ist ein aufwendiges,  urkomisches  Ritterspiel-Drama  aus der Feder des toten Erbonkels mit den erbenden Neffen als Hauptakteure.Unsere Szene zeigt die Begrüßung im Burgsaal :“ Krimhilde, meine Liebste“. Die dekorativ nach historischen Vorlagen kostümierten  Hofdamen  winken den von der Jagd heimkehrenden Rittern zu.  Im 3. Akt  mit dem  mittelalterlichen  Ritterspiel  aus der Feder des Erbonkels Hermann  umwirbt Herzog Heinrich von der Ruh die Königstochter, mißtrauisch beäugt vom wamstigen Liebhaber Ehrenfreid von der Theta.

Der ausgewählte Dreiakter verlangte nicht nur besten Bindlacher Dialekt, sondern im dritten Akt höfisch-mittelalterliches Verhalten mit einer an die Minnesängertexte erinnernden Sprache. Urkomisch und heiter zugleich, ohne in den Unterhaltungsklamauk abzufallen. Mitverantwortlich für den großen Theatererfolg gleich zweier Premieren – Hauptstück und vorgegebenes Ritter-Drama des Erbonkels mit dem Titel „ Reinholdo, der Herzog von der Ruh“ im letzten Akt – ist Kostüm- und Maskenbildner Wolfram Bröder. Der Theaterprofi sorgte für das Burgsaal-Bühnenbild und für die farbenfrohe und recht stilsichere Kostümierung der Akteure, ganz besonders im Schlußakt.

Die Regisseurin Angela Kolb hatte wieder ein gutes Gespür für die Besetzung der Rollen, denn die Laienspieler schlüpften ohne Probleme in ihre Rollen der Neuzeit und des Mittelalters, sprach- und spielgewandt, angepaßt an die vorgegebenen Situationen. Hintergründige oder derbe Dialoge waren trefflich plaziert, manchmal ergänzt mit kurzen, spaßigen oder stachlichen Dialekt-Bemerkungen. Die Regisseurin war zusätzlich als Souffleuse tätig und sorgte für textliche Sicherheit auch in turbulenten Szenen. Die Choreografie war gut überlegt, vom Beginn in der nüchternen Wohnstube und beim Leichenschmaus der erbenden Neffen bis zum fulminanten Ritterdrama, der wichtigsten Testamentsbedingung des kinderlos verstorbenen Erbonkels Hermann.

Auch hier eine Überraschung: Per Videobotschaft verkündet er seinen letzten Willen als letzten Auftritt – köstlich dargestellt von Bürgermeister Gerald Kolb . Vor Öffnung des Testamentes und Verteilung des Erbes muß das von ihm verfaßte Ritterdrama „ Reinholdo, der Herzog von der Ruh“ in mittelalterlicher Kleidung öffentlich von den Familien der beiden Neffen aufgeführt werden. Er wollte damit die frohlockenden Erben ein letztes Mal ärgern. Sie hatten schon als Vorschuß auf das Erbe ein teures Auto gekauft , der Feuerwehrvorstand Eberhard Höfling, dargestellt von Bernd Hahn, sogar schon eine neue Feuerwehrspritze angeschafft. Der Notar ließ aber alle im Unklaren und verlangte erst die Aufführung des Erbonkel-Einakters. Dieser Zwang vor Testamentseröffnung überwand alle Hürden, denn „ wir braung doch das Geld “.

Neffe Klaus-Dieter Schmitt (Andreas Gebel) und seine Ehefrau Elfriede (Karin Meyer) sind in ihren Gesten, in Mimik und Dialekt in Bestform gewesen, gefolgt vom zweiten Neffen Benno (Thomas Wilfert) und seiner Ehefrau Annelise( Sigrun Popp), die nicht die geringsten Schwächen zeigten und ausdrucksstark ihre Rollen interpretierten. Ingeborg Höfig (Brigitte Aßmann ) und ihr Mann Eberhard (Bernd Hahn) in der Rolle des Feuerwehr-Chefs waren in beiden Theatermetiers nicht zu überbieten. Die junge Theatergarde mit dem Notar Dr. Horst Fröhlich (Markus Stöcker) , mit der Nachbarin Adelheid Koch ( Silke Jochmann-Pickel) sowie die Tochter Andrea Schmitt (Theresa Fischer) passen bestens in das Theaterensemble.

Der Theaterhöhepunkt - auch für die Akteure- war zweifellos die Premiere des vom Erblasser verfaßten Ritterdramas. Unvergessen die hoch geschraubten Zwiegespräche mit höfischen, gesellschaftlichen Handlungen und der Schwertkampf mit gewollter Wiederholung, weil beim ersten Duell zwischen den Liebhabern Ehrenfried von der Theta und Herzog Reinhold von der Ruh aus Ungeschick König Ottokar vom Lehen anstelle des Herzogs niedergestreckt wird. Damit ist die Voraussetzung zur Testamentseröffnung gegeben. Aber auch hier gibt’s noch Überraschungen für die erbende Verwandtschaft. Mehr wird nicht verraten, um allen Theaterfreunden die Spannung zu erhalten.


Nächste Aufführungstermine im Saal der TSV-Gaststätte jeweils um 2o Uhr : 13., 14., 20., 21., 28., und 29. Januar ( bereits um 19 Uhr) sowie 03. und 04. Februar . Kartenverkauf nur im TSV-Heim und an der Abendkasse.

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