Nachrichten aus Mehlmeisel

22.08.2012 17:45

Innerörtliche Entwicklung in den Ochsenkopfgemeinden: Informationsveranstaltung findet wenig Interesse

BISCHOFSGRÜN. Von Andreas Gewinner Das eigene Haus fast zum Nulltarif sanieren – unglaublich, aber theoretisch bald wahr in Bischofsgrün, Fichtelberg und Mehlmeisel. Über die Bedingungen und Voraussetzungen informierte Rico Emge, Diplom-Ingenieur, Architekt und Stadtplaner vom Büro Umbau Stadt, bei einer Informationsveranstaltung im Kurhaus Bischofsgrün.

Abzüglich der Bürgermeister und Gemeinderäte aus den drei Ochsenkopfkommunen kamen jedoch keine zehn Interessenten.

Seit einem halben Jahrzehnt stehen die Zeichen auf Zusammenarbeit zwischen den vier Ochsenkopfkommunen. Was 2007 mit der Tourismus & Marketing Ochsenkopf GmbH begann, fand ein Jahr später seine Fortsetzung mit ISEK, dem Integrierten Städtischen Entwicklungskonzept.

Ein Teil dieser Zusammenarbeit ist die Abstimmung der jeweiligen bisherigen Bemühungen auf dem Gebiet der Städtebausanierung, die in Bischofsgrün, Fichtelberg und Warmensteinach unterschiedlich lange betrieben wird. Mehlmeisel wird nun erstmals einsteigen, während Warmensteinach vorerst die Ortskernsanierung alleine betreibt.

In Bischofsgrün und Fichtelberg geht es im Wesentlichen um eine Aktualisierung, mit dem Nahziel, Sanierungsgebiete festzulegen. Nur wer mit seiner Immobilie innerhalb des Sanierungsgebietes liegt, kann von den großzügigen Abschreibungsmöglichkeiten profitieren, die das Programm vorsieht.

Zur Aktualisierung fand eine Begehung der Orte statt: Dabei wurden Leerstände (vor allem in Fichtelberg, aber auch in Bischofsgrün ein Problem), der Erhaltungszustand von Häusern und Straßen erfasst. Aber auch sogenannte „Schlüsselimmobilien“, die entweder eine ortsbildprägende Funktion haben, oder Punkte darstellen, an denen besonderer Handlungsbedarf besteht. Als Beispiele nannte Emge in Bischofsgrün das Geschäftshaus Hauptstraße 13 und das ehemalige Sporthotel Schneider, in Fichtelberg Herrenhaus und Brauerei sowie die ausgedehnte asphaltierte Leerfläche neben der Tankstelle.

Ferner ist eine Fragenbogenaktion in vollem Gang, die sich an die Eigentümer innerhalb der angedachten Sanierungsgebiete richtet, wobei Bischofsgrün bisher am weitesten ist, so Emges Zwischenbilanz.

Wer Sanierungsmaßnahmen an seinem Haus vornimmt, kann bis zu 100 Prozent der Kosten binnen zehn Jahren von der Steuer absetzen. Voraussetzung ist, dass das Haus innerhalb des dann festgelegten Sanierungsgebiets liegt und eine Vereinbarung mit der Kommune geschlossen wird. Auch Dinge wie Teilabbruch oder eine Änderung der Raumzuschnitte innerhalb eines Hauses, um eine bessere Vermietbarkeit zu erreichen, sind absetzbar. Was wohl nicht abzusetzen ist, wäre beispielsweise „die neue Bulthaup-Küche“, so Emge mit einem Augenzwinkern.

Möglich ist aber die Kombination der Abschreibung mit der Inanspruchnahme eines zinsgünstigen KfW-Kredits.

Und so geht es weiter: Im November soll eine neuerliche Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden. Im Januar soll der Bericht der Vorbereitenden Untersuchungen vorliegen. Dann folgt die endgültige Festlegung des Sanierungsgebiets. Im günstigen Falle könnten sanierungswillige Hauseigentümer dann schon Mitte nächsten Jahres loslegen.

INFO: Schon aktuell kann man sich im Detail unter www.entwicklung-ochsenkopf.de informieren. Hier gibt es auch Luftbilder der drei Gemeinden, in denen das angedachte Sanierungsgebiet eingezeichnet ist. Wer mit seinem Haus knapp außerhalb des Gebiets liegt, kann beantragen, mit einbezogen zu werden.


© Nordbayerischer Kurier





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