Nachrichten aus Bayreuth

17.09.2011 23:05

Zapfendorfer Firma Ebitsch-Energietechnik gewinnt 5. Oberfränkischen Innovationspreis – Auszeichnung für Bayreuther Fraunhofer-Projekt

Einen Scheck über 7500 Euro nimmt Stefan Freiberger zusammen mit Ronny Fritsche, beide von der Bayreuther Fraunhofer-Projektgruppe entgegen. Links: Staatssekretärin Melanie Huml. Zweiter von links: Stefan Greiffenberger von der gleichnamigen Firma, die das Preisgeld stiftete.Foto: Uwe Spörl

THURNAU

Von Matthias Will

Die Ebitsch-Energietechnik GmbH liefert ein Paradebeispiel, wie die Energiewende gelingen kann. Die Firma, die sich seit Ende der 1980er-Jahre mit umweltfreundlichen Technologien beschäftigt, hat mit einem Saisonspeicher eine innovative Lösung für die Warmwasserversorgung und Beheizung von Eigenheimen und Wohnanlagen entwickelt. Dafür ist das Unternehmen mit Sitz in Zapfendorf (Landkreis Bamberg) am Freitagabend im Thurnauer Schloss mit dem 5. Oberfränkischen Innovationspreis ausgezeichnet worden. Diesen hatte die Regionalmanagement-Initiative Oberfranken Offensiv-Forum Zukunft Oberfranken ausgelobt.

„Ich fühle mich durch den Preis in meiner Arbeit bestätigt“, sagte Ebitsch-Chef Horst Ebitsch. Er habe schwierige Zeiten durchleben müssen und sei manchmal als „Spinner“ belächelt worden. Der Hauptpreis ist mit 20 000 Euro dotiert. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 50 000 Euro stiftete die Marktredwitzer Greiffenberger AG.

Für Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ist der Mittelstand der Erfolgsgarant der deutschen Wirtschaft. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe gezeigt, dass Länder ihren industriellen Kern nicht vernachlässigen dürften. „Oberfranken hat Innovationskraft“, betonte Friedrich, der Schirmherr der Veranstaltung war. Die Menschen und Unternehmen in der Region bezeichnete er als „Meister des Wandels“. Die bayerische Umweltstaatssekretärin und Vorsitzende von Oberfranken Offensiv-Forum Zukunft Oberfranken, Melanie Huml (CSU), sagte, die Oberfranken hätten nicht zuletzt aufgrund ihrer leistungsfähigen Wirtschaft allen Grund, stolz auf sich zu sein.

Der Spezial-Speicher SE 30 der Zapfendorfer Firma sammelt im Erdreich oder im Keller ganzjährig die von den Kollektoren eingefangene Wärmeenergie. Mit Hilfe einer horizontalen Wärmeschichtung ist es Ebitsch-Energietechnik gelungen, einen liegenden Speicher herzustellen, der nicht nur in Neu-, sondern auch in Altbauten unkompliziert installiert werden kann. Die Kammern können gleichzeitig zur Wärme- und Kältespeicherung genutzt werden. „Somit dient erstmals ein Speicher im Sommer sowohl der Brauchwasseraufbereitung als auch der Gebäudekühlung“, zeigte sich die Jury beeindruckt. Auch der Polymer-Spezialist Rehau AG + Co hat die Juroren überzeugt – mit einer neuen Kantenlösung, die „die Möbelbranche revolutioniert“. Rehau hat diese Innovation speziell für das Verfahren der Laserverschweißung von Kantenwerkstoffen entwickelt. Dadurch ist es möglich, vollständig auf Klebstoff zu verzichten. „Als erstes Unternehmen weltweit bietet die Rehau AG + Co eine rein polymere Lösung an“, heißt es in der Bewertung der Jury. Mit dieser Laser-Technologie werde die Qualität der fertigen Bauteile deutlich gesteigert. Zusätzlich könnten Kosten und Wartungsaufwand reduziert sowie Rüst- und Wartungszeiten verkürzt werden.

Ansporn für Tüftler

Ebenso wie die Rehau AG + Co erhielt die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation ein Preisgeld von 7500 Euro. Die Mitarbeiter des an der Universität Bayreuth angesiedelten Teams haben in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Unternehmen aus Oberfranken mit umfangreichen Analysen dabei unterstützt, effizienter und umweltfreundlicher mit Material umzugehen und damit Kosten zu sparen.

Stefan Greiffenberger, Chef der gleichnamigen Aktiengesellschaft, sagte, sein Unternehmen wolle mit dem Preisgeld dazu beitragen, dass sich „Tüftler angespornt fühlen, weiter zu forschen“.


© Nordbayerischer Kurier





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