Nachrichten aus Bayreuth

15.08.2011 19:33

Carla Maffioletti aus Porto Allegre ist begeistert vom Charme der Festspiele

BAYREUTH

Von Sandra Buchwald

Spätestens seit ihrem Engagement als Solosängerin im Ensemble des weltberühmten Violinisten André Rieu hat sich Carla Maffioletti einen Namen in der Musikszene gemacht. Doch selbst die Brasilianern, die viele Bühnen dieser Welt kennt, war bei ihrem ersten Besuch im Festspielhaus restlos fasziniert: „Es hat ‚peng‘ gemacht.“

Fast ein wenig fassungslos scheint die 31-Jährige aus Porto Allegre von ihren überwältigenden Erfahrungen auf dem Grünen Hügel zu sein. Schon seit etwa 30 Minuten ist Pause, doch die Sängerin, die als Richard-Wagner-Stipendiatin in fünf Tagen in den Genuss von drei Aufführungen kommt, steht immer noch mit leuchtenden Augen direkt vor dem Hauptportal, als könne sie sich der Magie des Ortes gar nicht entziehen.

„Es ist so wunderbar hier“, strahlt die sympathische Brasilianerin übers ganze Gesicht. „Und so locker.“ Nanu, locker? Sie hatte sich ein eher strenges Ambiente bei den Bayreuther Festspielen vorgestellt, verrät Maffioletti mit einem Schmunzeln. Aber genau das Gegenteil sei eingetreten: Die Atmosphäre sei einfach fantastisch, die Menschen unglaublich freundlich: „Jeder lächelt zurück.“

Lächeln – und das trotz der Temperaturen! „Heute morgen hatte es neun Grad“, grummelt die Brasilianerin, die seit zwei Jahren zum festen Ensemble des Giessener Stadttheaters gehört, mit einem Augenzwinkern, dass ohne die Jacke über dem Abendkleid nichts gegangen wäre. „Zu Hause“ – damit meint sie Porto Allegre – „haben wir gerade Winter und 19 Grad!“

Als Sängerin und Zuschauerin kennt Carla Maffioletti die Akustik in vielen Opernhäusern dieser Welt. Aber schon in der ersten Pause legt sie sich fest, solch einen einzigartigen Klang noch nirgends gehört zu haben. Nicht einmal an der „Met“, der weltbekannten Metropolitan Opera in New York, staunt sie und fügt grinsend hinzu, dass sie nun nur noch dem Opernhaus in Sydney einen Besuch abstatten muss. Wenn da die Akustik nicht besser sei als auf dem Grünen Hügel, wisse sie nicht, wer Bayreuth den ersten Platz noch streitig machen könne. Doch es ist nicht nur der Klang, der die charismatische Sängerin so begeistert. Alles sei so stark, so lebendig, sagt Maffioletti, die für sich selbst den Grund für die Einzigartigkeit am Grünen Hügel schon gefunden hat: „Die ganze Stärke und der Charme der Festspiele ist der Respekt vor der Tradition.“


© Nordbayerischer Kurier

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